Fotogalerie Update

Da wir nun die Bilder vom letzten Abfischen in unsere Galerie gestellt haben, war es auch mal wieder an der Zeit diesen Bereich zu überarbeiten. Wir hoffen es gefällt Euch allen. Übrigens in der Ecke ober links kann man auch den Vollbildmodus starten – nur zur Info für alle die es nicht gleich gesehen haben. Wir wünschen viel Spass.

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Der Fischer und sein Steg

Folgender Artikel befand sich in der Märkischen Allgemeinen vom 30.10.2009

Der Fischer und sein Steg – Kein Wasserstützpunkt geplant / Illegale Anlagen sollen verschwinden

SCHWANTE – Frank Lehmann und Thomas Plaster von der FDP Oberkrämer hatten am vergangenen Sonntag die Anwohner eingeladen und etliche Mitstreiter gefunden (MAZ berichtete), die sich beschweren, dass ihre Einwände zum Mühlenseekonzept nicht gehört worden wären, die Gemeinde stattdessen Bauanträge nach Oranienburg weitergeleitet hat und die Arbeiten für die Steganlage bereits begonnen hätten. Die Anlage könnte 50 Parkplätze am Wiesengrund hinter der Wohnanlage am See nach sich ziehen und damit ihre Lebensqualität schmälern, finden die Anlieger. Ein persönliches Gespräch mit dem Fischer hätte die Bürgerinitiative sicherlich weitergebracht. Die Steganlage des Fischers hat eigentlich nicht direkt mit dem Mühlenseekonzept zu tun.

Vor etwa zwei Jahren hatte sich Michael Gebhardt mit Bernd Reich, dem Fischer vom Mühlensee, geeinigt, seine Nachfolge anzutreten. Gebhardt stammt aus Eichstädt, war bis zur Wende Agrar- Ingenieur bei der Eichstädter LPG und danach bei einer Spedition beschäftigt. Inzwischen hat er seinen B-Schein gemacht, damit er als Fischer arbeiten und damit seinen Lebensunterhalt verdienen kann.

Von Bernd Reich kaufte er das anderthalb Hektar große Grundstück am Wiesengrund und dazu 3,5 Hektar See. An der nördlichen Spitze des Mühlensees will Gebhardt nun endlich einen eigenen Steg bauen. Die Steganlage von Bernd Reich konnte Gebhardt nicht nutzen. Die Anlage war schon 1982 für den DAV gebaut worden und steht außerdem auf dem Grundstück der Schwanteland. „Hier am Wiesengrund sind die Bedingungen am besten“, sagt Gebhardt. Dort liegen auch Wasser, Strom und Abwasser an.

Für den Bauantrag, den er am 19. März dieses Jahres stellte, ist die Untere Wasserbehörde zuständig. Von März bis September rannte sich der Fischer in den Behörden die Hacken ab, um endlich die Genehmigung zu bekommen. „Die Wasserbehörde hat mir dann Auflagen erteilt“, sagt Gebhardt. Die wilden Bootsliegeplätze, von denen etwa 35 am gesamten Seeufer zu finden sind, sollen verschwinden. Und Gebhardt soll dafür sorgen, dass die baufälligen Stege in seinem Pachtgebiet zurückgebaut werden. Die Pachtverträge für den Mühlensee hat Gebhardt von Bernd Reich übernommen. Und er bemüht sich, weitere private Wasserflächen zu pachten. „Im nächsten Jahr sind es dann zusammen 23 Hektar, die ich bewirtschafte.“ Schon deshalb braucht der Fischer endlich einen Steg. Den will er in diesem Winter errichten. Bisher ist lediglich der Uferbereich etwas ausgebaggert worden. L-förmig soll der Steg in den See reichen. Eine Hälfte braucht der Fischer für sich. An der anderen Hälfte möchte Gebhardt etwa 30 Anlegeplätze für Ruderboote gegen einen kleinen Obolus vermieten. Eben für so viele, wie jetzt auch Boote im Schilf liegen.

„Ich will doch niemanden vertreiben“, sagt Gebhardt. „In den nächsten Jahren soll sich Stück für Stück hier was tun.“ Ein Schleppdach zum Netzetrocknen wäre das nächste. „Dann
will ich auf dem Grundstück irgendwann mal Teiche anlegen.“ Der kleine Parkplatz am Wiesengrund wird so bleiben wie jetzt. Und später stellt Gebhardt vielleicht auch mal seinen Imbisswagen am Wochenende auf sein Grundstück. Von einem Kanustützpunkt oder ähnlichem kann keine Rede sein. „Kanus sollten sowieso nicht auf dem See fahren“, meint der Fischer. Das sei zu gefährlich. Der Mühlensee ist nur künstlich angestaut, an vielen Stellen liegen unter der Wasseroberfläche Gestrüpp und Äste. „Im Grunde will ich mit der Steganlage nur für ein bisschen Ordnung auf dem See sorgen“, sagt Gebhardt.

Soweit zum Projekt des Fischers. Dass sich die Gemeinde Oberkrämer seit Jahren den Kopf zerbricht, wie der Mühlensee zu nutzen ist, die Wasserqualität verbessert und das wilde Campen und die Partys am See eingedämmt werden können, steht eigentlich auf einem anderen Stück
Papier. Das Nutzungskonzept, das die Gemeinde vom Büro Ludewig erarbeiten ließ, ist bisher eine informelle Planung, in der die Wünsche der Gemeinde festgehalten sind. Die Pläne des Fischers widersprechen dem Konzept nicht. Und die Einwände der Anlieger werden übrigens am
kommenden Montag im Bauausschuss behandelt.

Michael Gebhardt ist jedenfalls enttäuscht von Lehmann und Plaster. „Ich bin doch kein Fremder hier, mit mir kann man doch mal reden.“ (Von Andrea Kathert)